Gerrit Thomas Rietveld


Gerrit Rietveld, Sohn eines Kunsttischlers, verließ mit elf Jahren die Schule, um mit seinem Vater zu arbeiten. Im Jahre 1911 öffnete er in Utrecht eine eigene Werkstatt und studierte nebenbei in Abendkursen Architektur. Sein erstes Werk, der Rot-Blaue Stuhl, verkörpert die Ästhetik der Künstlergruppe De Stijl, der sich Rietveld 1918 anschloss. Vor allem übersetzt er dabei die gestalterischen und chromatischen Prinzipien von Piet Mondrian in drei Dimensionen. Neben weiteren bedeutenden Architekturprojekten entwarf Rietveld Möbel - vor allem Stühle - aus verchromten Stahlrohren und Holz, wobei er mit dem Stuhl „Zig-Zag“ das Prinzip des Freischwinger-Stuhls ins Extrem führte. Mehr noch als Designer arbeitete Rietveld stets als Bildhauer und ließ sich dabei nicht durch ein weißes Blatt Papier, sondern von den vorhandenen Materialien inspirieren. Dabei experimentierte er mit neuen Formen und neuen Materialien, um das ästhetische Ergebnis mit dem technologischen und produktiven Prozess in Einklang zu bringen.